RAKO Geschichte

Als 1882 ein verheerende Hochwasser in der Region Rakovnik das System der Steinkohlenschächte vernichtete, ahnte noch niemand, dass diese Katastrophe den Beginn einer zukunftsweisenden Ära bedeuten sollte: Die keramische Industrie nutzte die noch funktionierende technische Ausrüstung des Bergbaus und die vorhandenen Gebäude zur Förderung von Schieferton und anderen örtlichen Tonen. Bereits 1883 wurden die Sanktmauritz-Schächte mit den entsprechenden Maschinen, mit hydraulischen Pressen und mit drei Rundöfen ausgestattet. Die Produktion von hitzebeständigen Ziegeln und Rohfliesen konnte beginnen und sie sollte bis zum heutigen Tage nicht mehr unterbrochen werden.

1882

1898 wurde der Betrieb von den Herren Kasalovsky und Sommerschuh erstanden. Dabei war es vor allem Emil Sommerschuh, Sohn eines bekannten Prager Keramikers und Herstellers von Kachelheizöfen, der für die Entwicklung des Unternehmens große Bedeutung hatte. Dank seines Talents und seiner Kenntnisse und dank der Kooperation mit Malern, Bildhauern und Architekten konnte das Angebot des Betriebes bald um viele neue Erzeugnisse erweitert werden: Porige Fliesen, neue Kachelarten und Kachelheizöfen, Mosaikverkleidungen und Beläge im Stil von Perserteppichen, keramische Bilder, Garten- und Friedhofskeramik, spezielle Reliefverkleidungen von Gebäuden und Fassadenfliesen erweiterten das Sortiment. Die Zusammenarbeit mit Spitzenkünstlern auf dem Gebiet der bildenden Kunst sorgte für hohes ästhetisches Niveau, für großen kommerziellen Erfolg und für besondere Anerkennung bei internationalen Ausstellungen und Wettbewerben.

1898

1907 wurde der Betrieb an Fürst Jan II. von Lichtenstein verkauft, der schon zu dieser Zeit eine keramische Produktion in Postorna u Breclavi besaß. Beide Unternehmen profitierten von der neuen Zusammenarbeit. Emil Sommerschuh, der zum Generaldirektor ernannt wurde, setzte die begonnene erfolgreiche Linie fort. Große keramische Kunstwerke entstanden damals. Viele der Bauwerke sind auch heute noch erhalten, beispielsweise das Gemeindehaus in Prag, das erst vor kurzer Zeit wiedereröffnete Hotel Imperial in Prag oder auch die Plastiken an der Fassade des Ostböhmischen Museums in Hradec Kralove.

1907

1920 verkaufte Jan von Lichtenstein seine keramischen Betriebe an eine Aktiengesellschaft mit mehrheitlicher Beteiligung einer Bank. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurden viele maschinelle Abläufe erneuert und neue Produktionshallen für Steingutfliesen gebaut. Darüber hinaus erlangen Fassadenverkleidungen in den Zwanziger und Dreißiger Jahren wachsendes Interesse.

1920

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Produktion wesentlich reduziert. 1945 entstand mit den „Rakovnicke keramischen Werken“ in Rakovnik ein volkseigenes Unternehmen, das mit weiteren 17 Betrieben zusammengeschlossen wurde. Zwei Jahre später begann die stufenweise Konsolidierung der Produktion.

1945

Mit der Reorganisation 1949 entstanden drei neue volkseigene Betriebe. Der Wiederaufbau im zerstörten Europa brachte eine hohe Nachfrage nach keramischen Fliesen, speziell Steingutfliesen, mit sich. Es musste vor allem Menge produziert werden. Technisch anspruchsvolle Produkte waren in dieser Zeit weniger gefragt.

1949

In den Fünfziger und Sechziger Jahren kam es zu den ersten größeren Erneuerungen und Investitionen der Nachkriegszeit und später zur Modernisierung aller Produktionsabschnitte.

1955

Von 1961 - 1964 wurde die Fliesenproduktion grundlegend erweitert. Mit dem Einsatz von Strühtrocknern für die Steingutproduktion galt „Rakovnické keramické závody“ Anfang der Sechziger Jahre als weltweiter Schrittmacher für eine neue Technologie.

1961

Anfang der Achtziger Jahre konnte der Aufbau des neuen Betriebes RAKO III in Lubna u Rakovnika abgeschlossen werden.

1980

Die Änderung der wirtschaftlichen und politischen Bedingungen führte 1991 zur Umwandlung des volkseigenen Unternehmens in eine Aktiengesellschaft.

1991

Von 1994 bis 2002 übernahm die Deutsche Steinzeug Cremer und Breuer AG die Aktienmehrheit am tschechischen Fliesenproduzenten.

1994

2002 ging die Aktienmehrheit an das österreichische Familienunternehmen LASSELSBERGER über, die den Fliesenhersteller RAKO in ihre Gesellschaft LASSELSBERGER, a.s. LASSELSBERGER, s.r.o integrierte. RAKO ist zurzeit der größte Hersteller keramischer Wand- und Bodenbeläge in der Tschechischen Republik und gehört zu den bedeutenden Spielern auf dem europäischen Markt. Basierend auf der mehr als einhundertjährigen Tradition der Marke präsentiert sie ein komplexes, anspruchsvolles Angebot an Wohnkeramik, das alljährlich durch eine neue Kollektion erweitert wird. Systemlösungen für kommerzielle oder andere hochbeanspruchte Objekte hält gleichzeitig die Marke LB OBJECT bereit.

2002

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