HOB Geschichte

Das Keramik- und Schamottewerk in Horní Bříza wurde 1882 von dem Unternehmer und Bergbaufachmann aus Rokycany Johann Fitz gegründet, der in diesem Gebiet geologische Versuchsbohrungen durchgeführt hat und dabei auf ein reiches Vorkommen von hochwertigem Kaolin gestoßen ist. Noch im Herbst des gleichen Jahres begann er die ersten Stollen zu treiben. In den nachfolgenden Jahren wurde hier das Kaolin abwechselnd im Tage- und Untertagebau gefördert.

1882

Nach dem Bau eines Kaolinschlämmwerks am hiesigen Bahnhof wurde erst zwischen 1891 und 1893 eine moderne Anlage direkt an der Lagerstätte errichtet. Neben der Kaolinförderung startete bereits 1886 in dem neu gebauten Werk die Produktion von Fliesen, Verkleidungen, Kacheln, Öfen und dekorativer Gartenkeramik. Später wurde auch ein Betrieb zur Herstellung von Schamotteware errichtet.

1891

Nach siebzehn Jahren Betrieb einigte sich Johann Fitz mit der Živnostenská banka darauf, gemeinsam eine Aktiengesellschaft zu gründen. Die zum 1. Januar 1899 gegründete Aktiengesellschaft trug den Namen Západočeské továrny kaolinové a šamotové /Westböhmische Kaolin- und Schamottewerke/ Zu der Zeit wurden in Horní Bříza jährlich 40 Tausend Tonnen Kaolin gefördert und 22 Tausend Tonnen Keramikware hergestellt, die größtenteils in für den Export bestimmt war. Die Geschäftsbeziehungen der Živnostenská banka und die damalige Konjunktur machten es möglich, dass an das Unternehmen bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs weitere sechs Bergbau- und Keramikwerke angeschlossen wurden. Die Produktion in Horní Bříza wuchs schnell und mit ihr auch die Mitarbeiterzahlen.

1899

Die Produkte des Werkes Západočeské továrny kaolinové a šamotové sind erfolgreich auf ausländische Märkte vorgedrungen. Schamottstein und Dinasstein wurden nach Übersee exportiert, aus dem Steingut wurden Abwasserleitungen für viele europäische Großstädte gebaut. Die Verkleidungen aus Horní Bříza wurden zum Beispiel bereits 1906 für den Bau von Eisenbahntunneln in den Alpen geliefert.

1906

Aufgrund der wachsenden Nachfragen hat die Gesellschaft weitere Produktionswerke dazu gekauft und gepachtet und anschließend modernisiert. Darin wurden dann neue Produkte entwickelt. Horní Bříza gab so zum Beispiel 1912 dem legendären Stuck Břízolit seinen Namen.

1912

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde eine Generaldirektion in Prag errichtet. In den zwanziger Jahren sind der Gesellschaft weitere Unternehmen angegliedert worden, einschließlich des Keramikwerkes Dobřanské keramické závody, bzw. des Werkes in Chlumčany. Und weil das Unternehmen auch die Magnesitwerke in der Slowakei beherrscht hat, wurde 1929 der Unternehmensname in Západočeské továrny kaolinové, šmotové a slovenské závody magnesitové (Westböhmische Kaolin- und Schamottewerke und slowakische Magnesitwerke) geändert.

1920

In 1936 erwarb das Unternehmen einen Großteil der Aktien der Werke Rakovnické a poštorenské závody und entledigte sich damit seines größten Konkurrenten. So wurde der westböhmische Konzern praktisch zum Monopolhersteller von Keramikwaren in der Tschechoslowakei und behielt diese Rolle bis zur Verstaatlichung des Unternehmens 1945. In das gebildete Staatsunternehmen wurden einige neue Werke eingegliedert und einige wiederum ausgegliedert.

1936

Nach diesen Änderungen wurde 1950 eine neues Staatsunternehmen mit dem Namen Západočeské keramické závody und Betrieben in Horní Bříza und Třemošná gegründet. Außerdem entstand das eigenständige Staatsunternehmen Hornobřízské kaolinové závody. Die Teilung hat sich nicht bewährt und 1958 wurden beide Staatsunternehmen wieder zusammengeschlossen. An das Werk in Horní Bříza wurden mittlerweile die Werke Podbořanské závody und zwei Betriebe zur Herstellung von Steingut und Ultramarin in Břasy angeschlossen. In den nachfolgenden Jahren sind alle Werke nach und nach renoviert und modernisiert worden. Die anschließende Mechanisierung und Automatisierung der Produktion brachte neben dem Wegfall der schweren Handarbeit vor allem einen enormen Produktionszuwachs.

1950

In 1989 spaltete sich das Staatsunternehmen Západočeské keramické závody von der Konzerngruppe Československé keramické závody ab und wurde in ein Staatsunternehmen umgewandelt, was ihm eine größere Entscheidungsfreiheit bezüglich der eigenen Wirtschaftsführung brachte. Nach der Wende im November 1989 gipfelte die geplante Privatisierung des Unternehmens 1992 in der Gründung der Aktiengesellschaft Západočeské kaolinové a keramické závody. In 1997 wurde der Unternehmensname in Keramika Horní Bříza a.s. umgeändert. Durch die Kupon-Privatisierung wurden Privatisierungsfonds zu Hauptaktionären und leiteten das Unternehmen bis 1998. Die Zeit nach der Gründung der Aktiengesellschaft zeichnete sich durch eine Erweiterung der Aktivitäten und eine Reihe von weiteren Änderungen aus. Von der Gesellschaft Českoskovenská keramika a.s. erwarb das Unternehmen den Mehrheitsanteil an einigen Handelsvertretungen im Ausland (Deutschland, Belgien und Italien) und gewann somit einen größeren Einfluss auf die Handelswege der eigenen Produkte.

1989

In 1994 wurde in Horní Bříza als Joint Venture mit dem deutschen Partner die Tochtergesellschaft HOB CerTec, s.r.o. zur Herstellung von Keramikrollen für Rollenöfen gegründet.

1994

In 1999 verkauften die einzelnen Privatisierungsfonds ihre Aktien von Keramika Horní Bříza an den derzeitigen Eigentümer – die Gruppe LASSELSBERGER.

1999

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