Kulinarischer Hochgenuss im Herzen von Prag Das Fischrestaurant Rakin: Gestaltung und Gastronomie in perfekter Symbiose

Kulinarischer Hochgenuss im Herzen von Prag  Das Fischrestaurant Rakin: Gestaltung und Gastronomie in perfekter Symbiose

Der großzügige Gastraum des neuen Prager Spezialitätenrestaurants Rakin wird von zwei Keramik-Mosaiken mit dem Abbild eines Krebses und einer Krabbe dominiert. Hinzu kommen leuchtend orangefarbene Elemente, die sich von den neutral grauen Materialien im Innenraum bewusst abheben – ebenso wie die geschmackvoll präsentierten Meeresfrüchte in der Speisekarte, die die Gäste längst zu schätzen wissen. Die tschechische Marke RAKO von Hersteller Lasselsberger unterstützte das Architekturbüro Atelier Neuhäusl Hunal dabei, das Bild eines neuen Prager Restaurants zu kreieren, das seit Herbst 2025 internationale Küche mit dem Schwerpunkt Fisch und Meeresfrüchte in seinen Mittelpunkt rückt.

Jahrzehntelang befand sich an dieser Adresse im Prager Stadtteil Dejvice (Prag 6) eine Wäscherei und Schnellreinigung. Bereits 1967 wurde im Erdgeschoss des Wohnhauses aus den 1930er Jahren der Betrieb einer Express-Reinigung genehmigt. Heute kann man in denselben, vor kurzem komplett sanierten Räumen, außergewöhnliche Gerichte aus Fisch und Schalentieren genießen. Und wenn man beseelt, satt und zufrieden den gastlichen Ort verlässt, weiß man sehr genau – nicht nur wegen des gastronomischen Angebots – was der Unterschied zwischen einem Flusskrebs und einer Meereskrabbe ist.

Der langgestreckte Grundriss, als Wäscherei und Reinigung ursprünglich in drei kleinere separate Räume gegliedert, wirkte vor dem Umbau durch eine abgehängte Decke nochmals kleiner. Nach der Sanierung und dem Rückbau der meisten Innenwände und der Decke gewann der Bauherr und Nutzer nicht nur effektiv Fläche hinzu, sondern auch Raumhöhe. Die Architekten betonen, durchaus mit einem Augenzwinkern, dass der Innenraum nun fast sakrale Züge trage. Architekt David Neuhäusl vom Atelier Neuhäusl Hunal zum Entwurf seines Büros: „Der Rückbau der Zwischendecken und die Zusammenlegung der Räume entlang der Straßenfassade bringen viel mehr Licht in den Innenraum. Die verschiebbare Fassadenfront verstärkt den Bezug zum Außenbereich. Gleichzeitig haben wir das Beste aus dem vorhandenen Raumangebot gemacht. So konnten wir beispielsweise den Bogen in der Wand und den um zwei Stufen tiefer liegenden Fußboden ganz am Ende des Raumes erhalten. In ihm befindet sich nun neben einer stilvollen Essnische auch ein Aquarium.“

Außergewöhnliche Gastronomie erfordert ein herausragendes Ambiente

Patrik Yeranyan, Bauherr und Besitzer des Rakin erläutert, warum er sein Restaurant hier eröffnete: „Ich habe über ein Jahr lang nach einem geeigneten Ort gesucht. Die ehemalige Wäscherei erwies sich in jeder Hinsicht als optimal. Es handelte sich hier nicht etwa um einen dunklen Kellerraum, sondern um ein Ladenlokal mit großen Schaufenstern, hohen Decken und perfekter Größe. Meiner Meinung nach ist Prag 6 der ideale Stadtteil zum Leben – dennoch ist er, aus kulinarischer Perspektive gesehen, seit langem unterbewertet.“ Yeranyan hat sein eigenes Restaurant „Rakin“ genannt und erklärt: „Ich komme aus Armenien, wo das Essen eine große kulturelle Bedeutung hat. Seit jeher lieben wir es, gut zu essen und Zeit im Kreise unserer Familie und mit unseren Freunden am Tisch zu verbringen. Als ich damals in Tschechien begann, Fisch und Meeresfrüchte zu verkaufen, kam ich natürlich schnell mit Restaurants in Berührung. Mehrere Jahre lang habe ich persönlich die Bestellungen ausgeliefert und dabei darüber nachgedacht, mein eigenes Restaurant zu eröffnen. Wir legen großen Wert auf frische Produkte und importieren unsere Meeresfrüchte aus den Niederlanden und aus Frankreich. Unsere Krebse bekommen wir allerdings aus Rumänien geliefert – dem derzeit einzigen Bezugsort in Europa. Der tschechische Kunde ist zwar eher konservativ, doch in den letzten Jahren ist ein Wandel zu beobachten. Die Menschen reisen mehr, sie probieren neue Geschmacksrichtungen aus und lernen andere kulturelle Einflüsse kennen und schätzen.“

Fische, Krabben, Krebse und Me(e)hr…

Der Besitzer des Restaurants mit seinen 30 Sitzplätzen, hatte von Anfang an auch eine genaue Vorstellung vom Einrichtungsstil: Offen, transparent, minimalistisch, zeitlos, mit einigen interessanten Details und kleinen Raffinessen sollte es werden und Dinge verbergen, die der Besucher erst nach einer Weile vor Ort selbst entdeckt. Außerdem wusste er genau, welches (Raum-)Erlebnis die Gäste hier erwarten dürfen. Nach reiflicher Überlegung wandte er sich das Atelier Neuhäusl Hunal. Die von dem Architekturbüro entworfenen und gebauten Lokale, zum Beispiel „The Eatery“, „Kro“ oder „An Bistro“, im minimalistischen Industrial-Stil, haben nicht nur die Prager Gastronomieszene bereichert, sondern entsprachen auch seinen Vorstellungen. Und sie inspirierten ihn. Architekt David Neuhäusl sagt über die Aufgabe, ein für die breite Öffentlichkeit zugängliches und hochwertiges Fischbistro zu gestalten: „Eine der Herausforderungen bei unserer Planung war es, eine illusionäre Welt zu erschaffen, in die jeder Gast eintauchen kann und die er mit jedem Besuch immer wieder neu entdeckt“.

Das Architekturbüro wählte robuste Materialien mit neutralen Oberflächen und dezenten Grautönen. Sie kombinierten dabei Beton, rauen Putz, Epoxid-Bodenbeschichtungen und Türen aus verzinktem Blech. Nicht weniger wichtig war für sie die Entscheidung für die Keramikfliesen von Fliesenspezialist RAKO, der auf eine inzwischen über 140-jährige Historie zurückblicken kann. Die planenden Architekten geben zu, dass sie Spaß daran hatten, mit dem Namen des Restaurants „Rakin“, dem Namen für einen kleinen Flusskrebs, dem „Rak“ und dem Markennamen „RAKO“ zu spielen. Darüber hinaus verweist das mit RAKO-Fliesen gestaltete Interieur auf die Wurzeln der Firma in der böhmischen Stadt Rakovník, die der Legende nach ihren Namen dem dort heimischen Flusskrebs, dem „Rak“, verdankt.

Raumgeometrie und Interieur funktionieren zusammen

Das Interieur basiert auf dem Zusammenspiel neutraler Farbtöne und auf Akzenten in dunklem Orange, das an die Färbung eines Krebses erinnern soll. Das Architekturbüro hat beim Spiel mit dem quadratischen Grundformat der Keramikfliesen seine Kreativität unter Beweis gestellt und eindrucksvoll bewiesen, wie sich ein fast künstlerisch anmutender Gastraum gestalten lässt. Bauherr Patrik Yeranyan lobt: „Die Architekten haben farbenfrohe Stühle entworfen, die einen reizvollen Kontrast zum grau gehaltenen Interieur bilden und dem Innenraum eine einzigartige Energie verleihen. Die zweifellos genialste Idee sind die beiden Mosaike in Form eines Flusskrebses und einer Meereskrabbe, die mit Keramikfliesen gestaltet wurden. Sie sehen großartig aus, sind dabei unaufdringlich und harmonieren hervorragend mit den großen Wandflächen“, lobt Patrik Yeranyan und David Neuhäusl ergänzt: „Zuerst haben wir geeignete Silhouetten von Krebs und Krabbe ausgewählt, die wir anschließend am Computer gerastert haben. Zur Gestaltung der Wandmotive verwendeten wir, wie schon zuvor auch in anderen Projekten, die Fliesen der tschechischen Marke RAKO. In diesem Fall arbeiteten wir konkret mit der Serie Color Two in matter Oberfläche und mit den zwei Fliesenformaten 10 x 10 und 20 x 20 cm. Auch die Fugen haben wir im Vorfeld vorbereitet. Für die vertikalen Flächen, die maßgefertigten langen Sitzbänke und die Sockelleisten kam ein dunkelgrauer Farbton im Format 10 x 10 cm aus derselben Kollektion zum Einsatz.“

Projektdaten:

Rakin Seafood Bar

  • Realisierung: 2025
  • Projektstart: 2022
  • Adresse: Jugoslávských partyzánů 7, Prag 6
  • Fotos: Radek Úlehla
  • Architekturbüro: NEUHÄUSL HUNAL / David Neuhäusl, Matěj Hunal
  • Mitarbeiter: Tereza Šírerová, Valerie Heyworth, Alina Eremeeff