Pergamenka: Neues Leben für historische Industriebbrache in Prag-Holešovice
24.02.2026 | Für das Wohnbauprojekt Pergamenka im Prager Stadtteil Holešovice wurden rund 23.000 m² Keramikfliesen von Fliesenspezialist RAKO verarbeitet, die heute sowohl in den Wohnungen als auch in den Gemeinschaftsbereichen zum Einsatz kommen.
Das ehemalige Lagerhausgelände in Holešovice, nordöstlich von der Prager Altstadt, verknüpft modernes, urbanes Wohnen mit dem Respekt vor der Industriegeschichte des Areals. Das Projekt Pergamenka hat den ehemaligen Industriestandort in einen lebendigen Stadtteil verwandelt und ist so zur Blaupause für die sensible Revitalisierung von Brachflächen unweit des Prager Stadtzentrum geworden.
Vergangenheit, die in der Zukunft fortleben darf
Mit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Prag-Holešovice zu einem bedeutenden Industriegebiet für ganz Böhmen und weit darüber hinaus. Der funktionalistische Gebäudekomplex aus der Zwischenkriegsmoderne, mit seinen großen Lagerhallen für die Eisenwarenhandelsfirma Ferra (ab 1951 dann Ferona) geplant, entstand in den Jahren 1928/1929 und nach dem Entwurf des bekannten Architekten Josef Kříž. Aus seiner Feder (und der seines Kollegen Adolf Benš) stammt zum Beispiel auch der herausragende „Palast der Elektrischen Betriebe“ (Palác elektrických podniků) ganz in der Nähe.
Das Verwaltungsgebäude mit der Lagerhallenstruktur und das alte Torhaus stehen längst unter Denkmalschutz. Und so warteten die anderen Fragmente auf dem Areal auf ihre neue und zeitgemäße Nutzung.
Die Architekten beschlossen, die lange Historie vor Ort nicht etwa auszulöschen, sondern sie behutsam weiterzuentwickeln: „Wir wollten die industriellen Stilelemente unbedingt erhalten. Wir hatten eine von der Geschichte vorgegebene Komposition, auf die wir eine neue Melodie komponiert haben“, erklärt der Architekt Prokop Tomášek von A69 – architekti.
Die noch erhaltenen Stahlkonstruktionen, Rekonstruktionen der ursprünglichen Hohlziegel und die markante Mauerwerksstruktur bilden heute den authentischen Rahmen für einen neuen Wohnkomplex. Die zwei seitlichen Wände der ursprünglichen Halle, begrenzen das Areal und die restaurierte prägnante Stahlkonstruktion ist zum dominierenden Element des neuen Innenhofs geworden.
Ein weitläufiges Areal, das Wohnen, Dienstleistungen und Gemeinschaftsleben verbindet
Pergamenka ist kein abgeschlossenes Projekt, kein „Gated Area“. Das Gelände ist rund um die Uhr zugänglich und die authentischen Stahlstrukturen der alten Lagerhallen erleichtern die Orientierung und sorgen überdies für eine klare Zonierung zwischen den öffentlichen und gemeinschaftlichen Bereichen für die Bewohner. Das Areal ist in zwei Bereiche gegliedert: in neu errichtete Wohngebäude und in die historische Eingangshalle, die noch saniert wird und künftig Restaurants und Geschäfte beherbergen wird.
In Zusammenarbeit mit dem Wohnfonds Heimstaden entstand im Rahmen des Gesamtprojekts die Residenz Mozaika. Das Bauvorhaben ist ein zeitgemäßes Konzept für modernes Mietwohnen. Flexible Grundrisse, Gemeinschaftsbereiche, Gärten und Cafés schaffen eine Umgebung, in der Menschen wie selbstverständlich miteinander in Kontakt kommen. Die Wohnungen sind sowohl für Singles als auch für Familien gedacht und genügen den aktuellen Anforderungen und dem Wunsch nach flexiblen Wohnformen.
Jede Wohnung ist ein Unikat. Der Schwerpunkt bei der Gestaltung liegt aber auf hoher Funktionalität, Einfachheit und einer langfristigen Nachhaltigkeit. Das Projekt knüpft somit zwar an den ursprünglich industriellen Charakter des Standorts an, verleiht ihm aber gleichzeitig eine neue und zeitgemäße Qualität.

RAKO ist ein integraler Bestandteil der architektonischen Lösung
Bei der Umsetzung des Projekts wurden rund 23.000 m² Keramikfliesen von RAKO als Teil eines übergreifenden Materialstandards in den Wohnungen und Gemeinschaftsräumen verarbeitet. Die Architekten wählten aus den zeitgemäßen Serien Block, Extra, Kaamos, Saloon und Color One verschiedene Formate aus. Die Fliesen (30 × 60, 60 × 60 bis 60 × 120 cm) wurden außerdem nicht allein in den Wohnungen, sondern ebenso in den Gemeinschaftsbereichen verwendet.
„Wir haben langjährige Erfahrungen mit der tschechischen Marke. Wir schätzen nicht allein die Qualität und das Design, sondern auch den Service des Projektteams und die Logistik von RAKO. Die neutralen Farben der verwendeten Fliesenserien ermöglichten es, einen universellen und gleichzeitig hohen Standard zu schaffen – ohne dass häufige Änderungswünsche der Klienten erforderlich waren”, ergänzt Architekt Tomášek.
Die Wahl eines heimischen Herstellers, der mit lokalen Rohstoffen arbeitet, förderte außerdem einen nachhaltigen Ansatz bei dem Bauvorhaben.
Preisgekröntes Projekt, das den sensiblen Umgang mit Industriegeschichte beweist
Pergamenka ist ein inspirierendes Beispiel für die Umnutzung von Industriebrachen und wurde mit zahlreichen Auszeichnungen prämiert. Bei den Estate Awards 2024 gewann es zum Beispiel als bestes Projekt zur Umnutzung von ehemaligen Industrieflächen in der Kategorie „Wohnprojekt – bezahlbares Wohnen“. Und mehr noch: Das Ensemble Mozaika belegte den zweiten Rang im Wettbewerb „Best of Realty 24“ in der Kategorie „Mietwohnbau“, gefolgt vom Preis des Ministeriums für Industrie und Handel für die sensible Umwandlung des ehemaligen Industriestandorts.
Die gelungene Verbindung von industriellem Erbe und modernem Wohnkomfort beweist beim Projekt Pergamenka, dass die sensible Umwandlung von Industriebrachen einen hochwertigen Wohnstandort und langfristig nachhaltigen Stadtteil ermöglichen kann.

