Die Thermen von Třeboň sind in voller Blüte

Die Thermen von Třeboň sind in voller Blüte

 | Die neue Kuranlage in den Aurora-Thermen in Třeboň verbindet moderne medizinische Einrichtungen mit der Natur des Naturschutzgebiets.

Dass es sich lohnt, Körper und Geist zu pflegen, wusste man bereits in der Antike; es handelt sich also nicht um einen aktuellen Lifestyle-Trend. Es ist gut, eine bis ins Mittelalter zurückreichende heimische Tradition zu pflegen, die heilend wirkt und einzigartig ist. Die neue Balneotherapie-Anlage in den Aurora-Thermen in Třeboň verbindet moderne medizinische Einrichtungen mit der Natur des Naturschutzgebiets. Im Innenbereich spielen die Blumenfliesen „Blossom“ der Marke RAKO die Hauptrolle. Ihr markantes Dekor wird durch schwarze Keramik und einen orangefarbenen Boden ergänzt. Die Materialien und Farben wurden nicht nur aufgrund ihres Aussehens ausgewählt, sondern auch unter Berücksichtigung des anspruchsvollen Betriebs der Moor-Kurbäder.

Die Aurora-Kurbäder sind mit der Eröffnung der neuen Balneotherapie-Anlage in ihre 51. Saison gestartet. Durch die Erweiterung wurde die Kapazität der Třeboňer Kuranstalt um 114 Moorbehandlungen und Massagen pro Tag erhöht. Die neuen Behandlungsräume entstanden durch die Nutzung eines Teils eines der beiden Atrien des Kurhauses. „Es handelt sich um eine Investition von über 68 Millionen Kronen ohne Mehrwertsteuer. Das Kurhaus verfügt nun über 24 Moorbehandlungsräume. Mit dem erfolgreichen Abschluss dieses Projekts wurde gleichzeitig die erste Phase der bis zum Jahr 2032 geplanten Entwicklung des Areals abgeschlossen“, sagt der Geschäftsführer der Kuranstalt, Vilém Kahoun.

Immer in voller Blüte

Die Designer ließen sich von der Lage der Kuranstalt im Naturschutzgebiet Třeboňsko sowie vom eigentlichen Zweck des Balneobetriebs inspirieren … Erholung, körperliche Regeneration und seelisches Gleichgewicht. „Das Hauptmotiv des Kurbereichs ist daher das Blumenmuster der Keramikserie ‚Blossom‘. Es bringt die Natur ins Interieur und fördert die ruhige, optimistische Atmosphäre der gesamten Anlage“, erklären die Designer. Die Dekorserie „Blossom“ bietet maßgenaue, rektifizierte Relieffliesen im Format 30 x 90 cm. Bei ihrer Herstellung kommt die DryFix-Technologie zum Einsatz, die auf dem speziellen digitalen Auftragen von Trockenlasuren und Granulaten vor dem Brennen basiert. Das Relief, die floralen Motive und die markante Farbgebung erwecken den Eindruck, als würde sich die Wand zur Landschaft hin öffnen. Das Blumendekor wird durch schwarze Fliesen ergänzt, deren Wahl auch einen praktischen Grund hat. In der Balneotherapie-Anlage wird mit dunklem Třeboňer Torf gearbeitet, und die einzelnen Flächen müssen sehr häufig gereinigt werden. „Bei der Planung mussten wir das Erscheinungsbild mit ganz konkreten betrieblichen Anforderungen in Einklang bringen. Die schwarze Wandverkleidung passt gut zu der Umgebung, in der mit dunklem Torf gearbeitet wird. Der orangefarbene Boden nimmt wiederum farblich Bezug auf die Blumen auf den Wandverkleidungen und verbindet das gesamte Interieur“, ergänzt Jan Líkař vom Planungsbüro A-Z eko ateliér im Namen der Projektverantwortlichen.

Das Material muss den Anforderungen im medizinischen Betrieb standhalten

Moor wirkt heilend auf den menschlichen Organismus, stellt jedoch für manche Materialien eine erhebliche Belastung dar. Ebenso anspruchsvoll sind die regelmäßige Pflege und die in medizinischen Einrichtungen verwendeten chemischen Reinigungsmittel. Die Keramikfliesen erfüllen in diesem Projekt daher nicht nur eine ästhetische Funktion. „Bei der Materialauswahl mussten die hohen hygienischen Anforderungen, die intensive Pflege sowie der tägliche Kontakt des Betriebs mit der Moor-Substanz berücksichtigt werden. Neben dem Design waren daher eine ganze Reihe technischer Parameter ausschlaggebend“, betonen Vertreter des Kurhauses. Laut Jan Líkař schätzten die Planer auch die Breite des Sortiments, die Verfügbarkeit des Materials und den technischen Support des Herstellers: „Wir arbeiten seit mehr als 25 Jahren mit der Firma Lasselsberger zusammen und können bei Bedarf auf fachliche technische Beratung zurückgreifen. Das Serienangebot der Marke RAKO ist so vielfältig, dass es auch für anspruchsvolle Projekte variantenreiche Lösungen ermöglicht. Ein weiterer Vorteil sind die kurzen Lieferzeiten und die Möglichkeit, fehlendes Material schnell nachzubestellen.“

Wo es fließt, dort heilt es

Die Třeboňer Torfmoore gehören zu den Peloiden – natürlichen Stoffen, die durch geologische Prozesse entstehen und nach der Aufbereitung für Heilbehandlungen verwendet werden. Warum ist diese braun-schwarze, dickflüssige, breiartige Mischung so außergewöhnlich? Sie wärmt den Körper, spendet der Haut Feuchtigkeit und stärkt das Immunsystem. Sie lindert Schmerzen, fördert die Durchblutung des Gewebes und unterstützt die Regeneration. Sie wärmt den Körper gleichmäßig und kühlt etwa achtmal langsamer ab als Wasser. Seit der Eröffnung des Kurhauses fließt der Torf durch eine spezielle, etwa drei Kilometer lange Glasleitung in die Anlage „Aurora“. Neu geförderter Torf wird als „jungfräulicher Torf“ bezeichnet. Nach der Verwendung kehrt er in die Natur zurück, wo seine Regeneration etwa 70 Jahre dauert. Die Vorkommen in Třeboň reichen Schätzungen zufolge für mehrere hundert Jahre. „Bei der Auswahl der Materialien für die aktuelle Sanierung (es handelt sich um eine medizinische Einrichtung) musste auch berücksichtigt werden, dass in diesem hygienisch anspruchsvollen Betrieb chemische Reinigungsmittel zum Einsatz kommen. Daher spielte nicht nur das Design eine Rolle, sondern auch eine Vielzahl technischer Parameter“, betonen die Kur-Experten.


Vom mittelalterlichen Badehaus zum modernen Kurhaus
Die Tradition des Kurwesens in Třeboň reicht weit in die Vergangenheit zurück. Die erste erhaltene Erwähnung eines örtlichen Badehauses stammt aus dem Jahr 1379. Das moderne Kurwesen in Třeboň begann sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu entwickeln. Im Jahr 1882 wurde das Kurhaus „Berta“, benannt nach der Tochter des Gründers, fertiggestellt und im folgenden Jahr für die Öffentlichkeit eröffnet. Einen bedeutenden Aufschwung erlebte das Kurwesen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als sich die Kurorte nach und nach zu ganzjährig betriebenen Gesundheitseinrichtungen wandelten. Das Kurhaus „Aurora“ entstand nach dem siegreichen Entwurf der Architekten Boháč, Krtil, Kavka und Čerhovská. Der Bau am Nordufer des Teiches „Svět“ begann 1967 und wurde Ende 1975 fertiggestellt. Der Architekt David Vávra schätzt insbesondere die großzügige, mehrstöckige Anordnung des Areals, den Einfluss der späten Brüsseler Architektur sowie die eindrucksvolle Kurkolonnade, die seiner Meinung nach an moderne römische Thermen erinnert.

RAKO in tschechischen Kurorten
Dank ihrer Eigenschaften kommen RAKO-Keramikfliesen auch in anderen Kur- und Wellnesseinrichtungen zum Einsatz. Neben den Kurhäusern „Aurora“ und „Berta“ in Třeboň sind sie beispielsweise in folgenden Projekten zu finden: Hotel Thermal, Karlsbad; Kurbetriebe in Jáchymov; in Mariánské Lázně; Kurort Luhačovice – Kolonnade; slowakische Kurorte usw.